Harte Schale, bitterer Kern

Kakao: unser süßester Migrant

Jeder Mensch hat direkt oder indirekt jeden Tag mit Schokolade zu tun und beim Globales Lernen ist Schokolade ein süßes und begehrtes Thema.


Einer der Ureinwohner Zentralamerikas waren die Mayas, die im heutigen Mexiko gelebt haben. Sie wurden vor allem bekannt durch ihre beeindruckenden Pyramiden. Von ihnen stammt die Legende von „xocolātl“(Schokolade), die allerdings fast unbekannt ist, weil es wie bei jeder Legende verschiedene Erzählungen gibt. Wo Götter ins Spiel kommen, kann man sich selten über die Echtheit der Geschichte einigen. Wo aber Einigung herrscht, ist, dass es in Mittelamerika die erste „xocolātl“ Herstellung in flüssiger Form gab. 



Schokolade wird auch die Speise der Götter genannt, aufgrund ihrer Geschichte, da dieses Getränk erstmals den Göttern vorbehalten war, bis Quetzalcoatl der Gott von Wind und Regen es änderte und die Kakaopflanze auf die Erde brachte.

Die Mayas glaubten für eine lange Zeit, dass die Pflanze und das aus ihr gefertigte Getränk göttlich sind. Dieser Glaube stammt aus der Wirkung der „xocolātl“ auf die menschliche Empfindung. Man fühlt sich mit Energie geladen und oft glücklich.



Viele Hunderte von Jahren blieb dieses Rezept den Mayas vorbehalten, die „xocolātl“ verdankt ihren Namen ihrem Geschmack. Schokolade bedeutet so viel wie „bitter“ und um den Geschmack zu verstärken, haben die Mayas es mit ein wenig Chili vermischt.

 

Die Maya Könige wurden nach „xocolātl“ süchtig und deswegen brauchten sie viele Kakaobohnen für ihre Herstellung. So entstand die Idee, dass das Volk der Maya einen Tribut an die Könige bezahlen soll, weshalb viele irrtümlicherweise glauben, dass Kakaobohnen eine Art Zahlungsmittel waren.



Im 16. Jahrhundert kamen unerwünschte Gäste in das Maya-Reich, die man deshalb als unerwünscht bezeichnete, weil diese Besucher die schlechte Angewohnheit hatten, den Besitz ihrer Gastgeber zu nehmen. Sie nahmen ihre ganzes Gold und ihr Getränk und brachten es nach Europa.

Die ersten Europäer, die mit den Mayas Kontakt hatten, waren die Spanier und sie brachten die Kakaopflanze mit, damit sie im warmen Spanien wächst.

Die Pflanze fühlte sich nicht wohl, weil das Klima nicht gut für die Kakaoschoten ist, so blieben die Kakaopflanzen erstmal fruchtlos.



Der richtige Gedanke war, dass vielleicht diese Pflanze ihre Heimat nicht verlassen sollte, doch ein zweiter Gedanke widersprach dieser Idee: die Fahrtwege wären zu lang und noch dazu wäre der Atlantik, der Ozean, der Europa und Amerika trennt, voll von Piraten, die eine Gefahr darstellten.

Bei den Rückfahrten mussten die Schiffe die westafrikanische Küste passieren und bemerkten, dass dort das Klima sehr ähnlich zu dem der Regenwälder von Mexiko war. 



Die Spanier bepflanzten die westafrikanischen Länder mit Kakao und somit wurden die Anfahrtswege verkürzt. Sie konnten in der Zeit nicht ahnen, dass Kakao nur in Ländern am Äquator, der Mitte der Erde, wächst und wussten auch nicht genau, wo die Mitte der Erde sich befindet. Die Ersten, die davon wussten, waren die Inkas und viele hundert Jahre später waren französische Entdecker diejenigen, die die Mitte der Erde entdeckten. 



Die erste Heimat von Kakao war sehr weit weg von Europa, jetzt findet man seine Bohnen in vielen Ländern wie der Schweiz, Italien oder Deutschland, wo eine Kakaopflanze nie auf einer freien Wiese wachsen würde, wo die Bohnen aber zu Schokolade weiterverarbeitet werden.

Der Kakao macht jedes Mal eine weite Reise, ehe er da ist, um unsere Tage zu versüßen.

Kannst du dir eine Welt ohne Schokolade vorstellen?

 

Wir haben den Mayas sehr viel zu verdanken.


Fernando Andia Cochachi


Dieser Artikel ist unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht. by-nc-sa/3.0/

 

Der Name des Autors/Rechteinhabers soll wie folgt genannt werden: by-nc-sa/3.0/

Autor: Fernando Andia Cochachi   für Toupi-Group



Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Edgar Wolter (Sonntag, 30 Juli 2017 11:38)

    Liebes ToupiGroup Team,

    den Beitrag über Kakao/Schokolade finde ich sehr gut und für Kinder, die ja i.d.R. Schokoladen-Liebhaber/Monster sind, ist dies ein wertvolles Wissen - incl. der Zusammenhänge (positiv und negativ) die mit der Entdeckung und Kommerzialisierung des Kakaos und der Schokolade verbunden sind.

    Herzliche Grüße vom Niederrhein,

    Edgar Wolter

  • #2

    Fernando (Montag, 31 Juli 2017 12:26)

    Lieber Edgard,
    Ich Danke Dir im Namen des Toupi-Group Team für dein Eintrag.
    Herzliche grüße aus Trier
    Fernando Andia ( Toupi-Group)

KONTAKT

Toupi-Group a.s.b.l.

E-mail : mail@toupi-group.org

Telf: +352 621 730 413

ADRESSE

Toupi-Group a.s.b.l.

""Bildungsorganisation für Kinderrechte, Nachhaltigkeit und globale Entwicklung"

55  avenue de la Liberté

1931 Luxembourg

 

SOCIAL MEDIA