Gemeinsam die Welt retten – UN Klimakonferenz in Bonn

Mit kleinen Schritten hin zu ambitionierten Zielen

Vom 6. bis zum 17. November 2017 traf sich die ganze Welt in Bonn, es kamen  ca. 25 000  Delegierte aus 197 Nationen zusammen, um über unseren Klimaschutz zu diskutieren, aber auch um zusammenzuarbeiten.

Das Konferenzgelände bestand aus zwei Zonen: die „Bula Zone“- nur für Delegierte und die „Bonn-Zone“, die für alle frei zugänglich war.

Parallel zu den Verhandlungen fand das Schulprogramm Climate Planet in der Bonn-Zone statt und wurde  von Engagement Global gGmbH - Service für Entwicklungsinitiativen fachlich begleitet. Diese Idee des Schulprogramms war ein Hotspot für alle, die mehr über den Klimawandel wissen wollten. Dafür wurde eine 20 Meter hohe Weltkugel aufgebaut, die im Inneren ein einmaliges 360-Grad-Kinoerlebnis bot. Neben den Videos gab es für die Besucher abwechslungsreiche Veranstaltungen mit Experten und den Politikern, die rund um  das Thema Klimawandel diskutiert haben.

Um das Wissen der Teilnehmer zu vertiefen waren thematische Container errichtet worden, in denen Schüler, Lehrer oder Studenten mehr über bestimmte Themen erfahren konnten, wie zum Beispiel: Meere, Wald, Landwirtschaft, Energie, Globale Partnerschaft etc.

Fünf Tage lang war ich für den Container Wald verantwortlich und stand intensiv in Interaktion mit den Schülern. Das Spannende dabei war, dass sie viele Fragen hatten und nicht verstehen konnten, wie die globale Erwärmung verursacht oder zugelassen werden konnte. Oft wurde ich gefragt, was man gegen Plastik in den Meeren, Verschmutzung und CO2- Ausstoß, die unseren Planeten und unsere Gesundheit gefährden, tun kann.

Beispielsweise wurde dazu 2015 das Pariser Klimaabkommen ins Leben gerufen, das zusammengefasst besagt, dass, wenn wir so weitermachen wie bisher, die globale Erwärmung bis Ende des Jahrhunderts um 3,4 Grad gestiegen sein wird. Dies würde die menschliche Zivilisation und das Ökosystem bedrohen. Aus diesem Grund setzt die Weltgemeinschaft sich das Ziel, dies zu verhindern. Die Erderwärmung soll bis dahin nicht mehr als 1,5 Grad betragen. Damit das funktioniert, wurde das „Regelbuch" entworfen. Dieses "Rule Book" hat 100 Seiten und ist eine Art Grundgesetz des Klimaschutzes, das für alle teilnehmenden Länder der Klimakonferenz in Bonn gilt, aber noch nicht in Kraft getreten ist. Erst nächstes Jahr in Kattowitz (Polen) soll es endgültig verabschiedet werden, was vermutlich zu einer großen Diskussion führen wird.

Unsere jungen Bürger haben im Schulprogramm gelernt, dass Kohlenkraftwerke durch den CO2-Ausstoß sehr schädlich für die Umwelt sind. In den Containern lernten sie, dass unsere Wälder und Tropischen Regenwälder unsere natürlichen Verbündeten sind, um den Effekt von CO2-Emission einzudämmen. Aber was tun wir mit unseren Wäldern? Die werden gerodet, viele Tierarten sterben aus und als wäre das nicht genug, steigen die CO2-Emissionen zusätzlich an.

Wenn man jung ist, versteht man nicht, warum die Wirtschaft unsere Wälder vernichtet. Deswegen wollten viele Jugendliche unbedingt wissen, was sie dagegen tun können. „Die Regenwälder des Amazonas oder Indonesiens sind zu weit weg, um sie zu schützen!“, sagte ein Teilnehmer, bis jemand über die Rodung des Hambacher Forsts sprach, einem Wald in Nordrhein-Westfalen, dem Bundesland, in dem die Klimakonferenz stattfand.

Damit war klar, dass die Vernichtung von Wäldern auch vor unserer Haustür stattfindet. Alle interessierten sich sehr für den Hambacher Forst und die zivilen Maßnahmen, die dafür ergriffen worden sind, wie zum Beispiel an den Bäumen hochzuklettern, dort oben ein Baumhaus zu bauen und  für eine Zeit lang auf dem Baum zu leben, damit der Baum nicht gerodet wird. Alle waren von der Idee begeistert.

Die Schüler erfuhren, dass alleine in Nordrhein-Westfalen, wo sie leben, 3,2 Millionen Haushalte mit Strom aus Braunkohle versorgt werden. Das entspricht einem Anteil von 40 Prozent.

Daraufhin wurde ich mit der Frage bombardiert, wie es sein kann, dass es in Deutschland noch immer Kohlekraftwerke gibt.

 Ich erklärte, dass eine Allianz für den Kampf gegen die Braunkohle begonnen hat, der angeführt wird von Großbritannien und Kanada, daneben noch 18 weitere Staaten. Sie werden bis 2030 sämtliche Kohlekraftwerke abschalten und auf erneuerbare Energien zurückgreifen. Leider ist Deutschland aus unerfindlichen Gründen nicht Teil dieser Allianz.

Es ist paradox, dass unsere Kanzlerin sich 2009 in Kopenhagen als die Klima-Kanzlerin hat feiern lassen, doch ihre Regierung bis jetzt nicht wirklich viel für die Reduzierung der CO2- Emissionen getan hat. Aber zum Glück haben wir die Hoffnung unserer neuen Generation. Sie haben realisiert, dass unsere Umwelt, Wälder oder Meere uns alle etwas angehen. Sie haben sehr deutlich und klar verstanden, dass der Braunkohleausstieg und mehr gemeinsame Arbeit für den Schutz der Welt und zukünftigen Generationen schnell kommen müssen.

 

Trotz kleiner Schritte sind wir ein Stück näher an die Ziele des Pariser Abkommens gerückt und jetzt ist klar, dass die ärmeren Länder diejenigen sind, die am stärksten unter den Folgen des Klimawandels leiden. Daher müssen sie von den reichen Ländern unterstützt werden.

 

Die Welt hat uns alles zur Verfügung gestellt, was sie hat, und jetzt ist es Zeit, dass wir Menschen uns zusammentun und alle unsere Bemühungen in die Rettung unserer Umwelt stecken.

 

Bilder: © Engagement Global / Kolja Matzke

Fernando Andia Cochachi


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Autor: Fernando Andia für Toupi-Group