Sumak Kawsay & Das Globale Klassenzimmer

sumak kawsay  & Das Globale Klassenzimmer

Nicht so oft hat man die Gelegenheit mit der Quechua-Sprache in Berührung zu kommen. Diese Sprache ist eine der ältesten Sprachen des amerikanischen Kontinents und sein weltbekannter Beitrag in fast allen Sprachen ist das Wort „Puma“. Das Wort Sumak Kawsay bedeutet übersetzt „Gut leben“ und dieses Thema wurde in einer Projektwoche einer Waldorfschule im Saarland durchgeführt.

Man kann sich erst einmal kaum vorstellen, warum man 3 Tage braucht um zu lernen wie ein gutes Leben gelingen kann. Es müsste doch sehr einfach sein, würden die meisten denken. In Deutschland lebe man ganz gut, äußerten auch die Oberstufenschüler.

Aber was ist alles dafür notwendig? – Eine sichere Umgebung und ein guter Lebensstandard wären ausreichend um ein gutes Leben zu führen. Aber was ist mit den Menschen des globalen Südens, die nicht diesen notwendigen Lebensstandard (ein Zuhause, genug Lebensmitteln und Zugang zum Trinkwasser) erreichen können?

In vielen Ländern muss man lange anstehen um Wasser von einem Lastwagen zu kaufen oder auf dem Markt handeln um Teile von Geflügel zu kaufen, die aus EU-Ländern stammen. Obwohl die Menschen etwas anders leben als in wirtschaftsstarken Ländern, haben sie nicht das Recht auf ein gutes Leben?

Eine indigene Initiative wollte ihre Lebensphilosophie des „Sumak Kawsay“ als Grundrecht anerkennen lassen und Länder wie Ecuador und Bolivien haben es in ihren Verfassungen integriert.

Man kann den Begriff eines „guten Lebens“ als die unbeschränkte Möglichkeit an der Wirtschaftswelt teilzunehmen verstehen. Das bedeutet, dass es auf die Konsumkraft reduziert wird. „Wenn man sich nicht ein gutes Handy, coole Schuhe oder eine Spielkonsole leisten kann, kann man nicht glücklich sein“,  äußerten die Oberstufenschüler. Das Ziel war den Schülern begreifbar zu machen, dass man ein gutes Leben führen kann ohne stark der Konsumwelt anzugehören.

Dass ein stetiges Wachstum für viele Länder erforderlich ist, sollte nicht diskutiert werden, sondern vielmehr ihnen diese indianische Philosophie näher zu bringen. Wenn ich glücklich bin, dann besitze das notwendige Werkzeug um ein gutes Leben zu führen. Viele Schüler kommen aus glücksfernen Familien, die, obwohl sie alle Möglichkeiten haben sich viel zu leisten, der Meinung sind, dass sie kein gutes Leben führen. So entsteht eine Diskrepanz zwischen der Theorie und Realität und dieser Workshop sollte den Schüler Klarheit über ihre verschwommene Idee bringen.

So beschlossen wir gemeinsam auf die Suche nach dem Glück zu gehen. Zuerst musste aber klargestellt werden, was sie unter Glück verstehen und was Glück im indianischen und philosophischen Sinne bedeutet.

Da wir uns auf einer Fahrt befanden, waren wir auf einen Kompass angewiesen, der uns die Richtung zeigt. Dazu wurde der Wertekatalog von Sumak Kawsay erfolgreich verwendet.

Fernando Andía


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Autor: Fernando Andia für Toupi-Group


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